vom woanders sein.

In Europa zu wohnen hat einen ganz klaren Vorteil im Vergleich zu riesengroßen und isolierten Ländern wie beispielsweise USA, Kanada und Australien. Innerhalb von minimaler Flugzeit ist man in einem anderen Land. Und fliegt man, so wie ich, an diesem Wochenende nach Basel, dann hat man sogar die Wahl zwischen drei Ländern. Was für ein Luxus. So kann man seinen Freitag in Deutschland verbringen und durch die grünen Wiesen streifen, am Samstag Basel entdecken und sich im Genuss von Schweizer Schokolade suhlen und am Sonntag die Einsamkeit der französischen Weinreben kennenlernen. Als wäre das nicht genug, schwingen im Gedanken noch all die anderen verlockenden Optionen mit: Ein Abstecher nach Paris und seiner schönsten Kirche Sacré-Cœur; ein kleiner Ausflug zum Gardasee, Pasta Pomodoro und Gelato; ein Besuch des Praters mitsamt Mozartkugelpicknick.

Die Region um Basel sollte fürs Erste jedoch genügen, wickelte sie ihre Besucher doch allein mit strahlendem Sonnenschein und menschenleerer Natur um den Finger. Wie lieb kann man Berlin da haben, wenn man nach einem viel zu kurzen Wochenende bei klarer Luft, Vogelgezwitscher, Weitblick, Wiesen- und Weinbergwanderungen von Easyjet unsanft zurück in den Alltag geflogen wird.

Kaum hat man den Flughafen verlassen und besteigt ein öffentliches Verkehrsmittel, so schlagen einem Gerüche entgegen, die Wiese und Kuhnmistgeruch zu einem Odor werden lassen, an den man sich gern zurück erinnert. Motz und Straßenfeger sind allgegenwärtig, viel zu viele Menschen wuseln herum, die eigene Wohnung ist zu klein geworden.

Das macht die Provinz also mit uns: sie verwandelt in klaustrophobische Misanthropen.

Aber: Wie wunderbar, dass man diese Kontraste selbst herbeiführen kann. Gegensätze sind gut, nur so wissen wir den Charakter einzelner Dinge zu schätzen, zu lieben, zu fürchten, zu vermissen. Langsamkeit & Tempo, Stille & Lärm,  Überstunden & nichts tun, Genuss & Abstinenz, Leggings & Bleistiftrock, Lachen & Weinen, Massen & Menschenleere, Weitsicht & Hochhäuser, Luftmatratze & eigenes Bett, Gemeinsamkeit & allein sein, Filterkaffee & Siebträgerespresso. Die Liste ließe sich endlich fortführen. Und manchmal, ja manchmal da macht das Erleben eines Kontrastes etwas mit uns. Und wenn es nur der Drang nach Veränderung ist. Aber vielleicht ist daran auch nur der Frühling schuld.

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