Von beherzten Sprüngen auf Heuballen.

Das Geheimrezept für einen perfekten Sonntag kannte ich an sich schon. Kein Stress, liebe Menschen, eine hübsche Umgebung, gutes Essen. Sind wir mal ehrlich, viel mehr braucht man doch nicht. Ich möchte mir dennoch erlauben etwas anspruchsvoller zu werden. Ergänzend und präzisierend füge ich hinzu: Wald, Wiese, See, Heuballen, Störche, Rehe, Pferde, Fahrrad, Käsebrote, ein von Schleierwolken durchzogener blauer Himmel. Sommer.

Ja mei, wer hätte gedacht, dass der Norden von Berlin so ein zauberhaftes Fleckchen Erde sei. Ich gestehe, meine Vorstellung war ein wenig von Vorurteilen behaftet. So ganz kann ich nicht rekonstruieren, wie sich diese Vorurteile manifestierten (wie das ja häufig so bei Vorurteilen ist), jedenfalls zog es mich bisher bevorzugt in sämtliche andere Himmelsrichtungen. OK, ich bin ehrlich, meist zog es mich an die immer gleichen Eckchen: Heimat (also Süden) oder gen Wannsee. Wie lange man doch manchmal braucht, um Orte zu entdecken, die so nah sind.

Diese wunderbare, nahezu Menschenleere Gegend kann ich als Ausflugsort wirklich nur jedem ans Herz legen (fast jedem – es soll schließlich ein beschaulicher Ort bleiben). Von Bernau aus folgt man ganz einfach dem Radweg, der, wenn man ihm kraftvoll und See-hungrig folgt, direkt an die Ostsee führt. Diese Strecke von Berlin nach Usedom ist seit gestern auf meiner to-do-Liste derer Dinge, die man sich vornimmt und dann seeeehr lange braucht, bis man sie tatsächlich in die Tat umsetzt. Mein Anspruch an meine Realisierungspläne seien an dieser Stelle jedoch wirklich ernst zu nehmen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich bereits mit vollen Fahrradtaschen, 25 Litern Wasser und einem wund gesessenen Hintern über die Fahrradwege flitzen.

Während man den Blick über die weiten Wiesen streifen lässt, die majestätischen Windräder aus der Nähe bestaunt, den Geruch von frisch gemähtem Gras einatmet und überlegt, warum das kleine Wölkchen dahinten am Himmelsdach an einen Mumin erinnert, vergisst man all das, das es an einem Sonntag zu vergessen gilt. Der Blick auf die nächste Woche löst sich in Luft auf.

Das schöne an dieser Gegend ist die landschaftliche Abwechslung. Weites Feld, Wald, See. Erreicht man den als Endziel auserkorenen See, so steht selbstverständlich fest, dass eine ausgedehnte Rast dazu gehört. Punkt. Dazu gehört die Picknickdecke mit all ihren köstlichen Details und eine Badehose, wahlweise Bikini oder einfach nüscht, wenn sich ganz doll gern hat. Und wenn der Tag sich dann dem Ende neigt, das Licht sich dämpft und die ersten Mücken ihren Durst stillen, dann guckt man auf einen stillen See, nippt am Vino und denkt sich: Es sind halt doch die kleinen Dinge. 

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More pictures to come…

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