Den ganzen Tag tanzen.

Ein Festival-Besuch ist gleichbedeutend mit Abschalten und Alltag vergessen. Was das konkret heißt, ist von Besucher zu Besucher verschieden.

Der gemeine weibliche Festival-Gänger tupft sich Glitzer ins Gesicht und setzt sich ein Blumenkränzchen aufs Häuptchen. Der männliche dagegen greift zum Filzstift, um sich einen oder mehrere Penisse auf Gesicht oder Bekleidung zu malen und freut sich, wenn er eine Scream-Maske oder einen pinken Bademantel auftreiben kann, mit dem er stolz durchs Festivalgelände zieht. Weniger vertreten, aber doch nicht selten sind jene, die sich in Ganzkörperfrotteeanzüge stecken, um ihre Festival-Tage als Kuh, Affe, oder Winnie the Pooh zu verbringen. Und dann sind da noch die, die im Voll- und Dauerrausch nicht in der Lage sind sich in irgendwas zu verwandeln und statt dessen johlend und grölend ihre Saufkumpanen in Schubkarren durch die Gegend fahren, einen gewissen Zerstörungswahn ausleben, in dem sie Schach-Matt mit Zelten spielen und ihr Bier beim Konzert nicht trinken sondern durch die Menge schmeißen.

Ein Festival-Besuch ist also immer wieder ein kleines Erlebnis. Das wichtigste ist aber natürlich die Musik, das Drumherum nur eine zu bestaunende, interessante, bunte, verstörende, wilde Begleitung, auf die man verzichten könnte aber nicht möchte. Wenn dieses Potpourri aus Besuchern zu Tausenden vor einer Bühne steht und den Stimmen ein paar weniger oder gar eines Einzelnen folgt, dann wird eh alles eins und man vergisst die dramatischen Anblicke, die sich angesichts von Dixie-Klos und Zeltlagern unfreiwillig zeigten.

Und so wird gesungen und gesprungen, frische Luft geatmet in Dosen wie man es schon ewig nicht mehr getan hat. Und ein ganz anderer Tagesrhythmus gelebt, der sich nach dem Line-Up richtet und der Frage „Wann spielt wer wo?“. Zwischen den Auftritten wandert man durch eine kleine Phantasiewelt, in der es nur um Spaß, Nervenkitzel, Alkohol und Köstlichkeiten geht. Umso härter das Aufeinandertreffen von Alltag auf Festival-Rückkehrer. Schmerzhaft, sich wieder Regeln fügen zu müssen. Still zu sitzen statt rum zu wackeln, ans Fenster zu müssen um Frischluft zu atmen.

Komm‘ – lass uns tanzen gehen.

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Ameisen.

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Phantastische Wesen.

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Juhu, Sonne!

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Sunglass-Selfie.

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Drei Tage kein Beton.

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Alle holen ihre Gummistiefel raus.

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Volle Konzentration.

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Aftermath.

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